625 Jahre Stadtrechte - Wappen und Fahne



Stadtsiegela

Das neue Hirschhorner Wappen und seine Farben.


1961 beschlossen die Stadtväter dem Beispiel anderer Städte folgend: Hirschhorn soll eine eigene Fahne erhalten. Darüber wurde in der Hessischen Neckarpost ausführlich berichtet. In die engere Wahl kamen für die Stadtväter die Kombinationen Rot-Blau-Gold, Blau-Gelb-Rot und Rot –Gold zusammen mit dem Hirschhorner Wappentier. Stadtrat und Schuldirektor Röder erbot sich, von seinen Schülern entsprechende Farbmuster anfertigen zu lassen. Es war gar nicht einfach, die richtigen Farben zu finden, da es keine historischen Farbvorlagen einer früheren Stadtfahne gab. Eine historische Vorlage hätte das Wappen der Herren vom Hirschhorn geboten: eine rote Hirschstange auf gelbem (goldenen) Grund, wie man dies z.B. an den Deckenwappen in der Ersheimer Kirche sehen konnte. Leider war sich ein früherer Denkmalspfleger dieser Farbgebung nicht bewusst - so erhielten die Hirschhorner Wappenscheiben aus dem 14. Jahrhundert in der Sakristei der Ersheimer Kapelle und in der ehemaligen Torhalle der Burg (heute Rezeption) die falschen Farben. Auch der Naturpark hat in seinen Tafeln diesbezüglich geschlampt. 1962 mußten Magistrat und Stadtverordnete erkennen: Heraldik – ein schweres Handwerk.

Bei der weiterführenden Diskussion kam nun in Frage: Grün-Gelb und Blau-Rot. Bürgermeister Schäfer sprach sich aus geschichtlichen Gründen für Blau-Rot aus: Blau für Kurpfalz, Rot für Kurmainz. Blau-Rot mit dem Stadtwappen in der Mitte wurde beschlossen. 1963 wurde dieser Entwurf als unheraldisch vom hessischen Staatsarchiv vehement abgelehnt. Der Bürgermeister sollte in Darmstadt vorsprechen, da das Stadtparlament bei der festgelegten Version bleiben wollte und diesen Sachverhalt in einem „schmissigen Schreiben" dem Staatsarchiv mitteilte. 1964 war dann der Flaggenstreit glücklich beendet. An neutralem Ort, dem Regierungspräsidium Darmstadt, hatte man sich getroffen und verhandelt. Das Staatsarchiv erklärte sich bereit, drei Entwürfe auszuarbeiten, von deren heraldischer Qualität man überzeugt sei. Das Hirschhorner Parlament sollte dann daraus die künftige Fahne auswählen. Man entschied sich für die Farben Blau-Gelb mit versetzten Feldern und dem Stadtwappen im oberen Drittel. „Es wurde beschlossen diesen Vorschlag sprichwörtlich „an die Fahnen zu heften“ – so der damalige Originaltext. Das Gelb stammt von den alten Rittern her, die eine rote Hirschstange auf Goldenem Grund führten. Das Pfälzer Blau ist allerdings ein Fehlgriff. Die alte Kurpfalz, die nie in Hirschhorn Territorialherr war, es aber gern gewesen wäre, hat nun posthum zumindest auf der Hirschhorner Stadtfahne ihr Ziel doch noch erreicht.






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